Bruce Davidson

Subway
17. März 2012 bis 20. Mai 2012
© Christoph Soeder
© Christoph Soeder
© Christoph Soeder
© Christoph Soeder
© Christoph Soeder

„When you are in the Subway, what is beautiful appears bestial, and what is bestial appears beautiful.“ Bruce Davidson

New York, Anfang der 1980er Jahre. Düsterer Großstadtmoloch zwischen Hedonismus und Abgrund. Die Subway in ihrem marodem Zustand ist ein gefährliches Pflaster. Tunnelfeuer, Überfälle, Mord und Drogenhandel sind an der Tagesordnung; überfüllte Waggons, häufige Verspätungen, Graffiti und Schmutz überall. Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist ein Höllentrip. Der Fotograf Bruce Davidson steigt ein, begibt sich mitten in das rasende, ratternde Treiben der Stadt und porträtiert die Fahrgäste zwischen Uniformität und Vielfalt, Anonymität und Intimität, Depression und Inspiration. Ob Liebespaare, Musiker, Obdachlose, Touristen oder Geschäftsleute – in der Subway und ihren Passagieren findet er die perfekte Metapher für das Leben in der Metropole mit ihrer Aggression und Hässlichkeit, mit ihrer Hoffnung und Menschlichkeit.

 

Demokratisch und radikal öffentlich – die Subway bietet Bruce Davidson das ideale Setting für seine langjährige, urbane Reportage. In diesem rollenden Gefängnis ist jeder für jeden sichtbar. Auf diese exponierte Situation reagieren die Fahrgäste höchst unterschiedlich. Während sich einige ängstlich in der Masse verstecken und wegducken, posieren andere ungeniert und nutzen Waggons und Bahnsteige als Bühne für ihre Selbstdarstellung. Auch wenn Bruce Davidson nicht aus dem Verborgenen heraus fotografiert und meist respektvoll um Erlaubnis bittet, ist nichts in seinen Bildern gestellt, jede Situation ist authentisch. Der Fotograf ist dabei immer Fahrgast, Beobachter der Szenerie – und Jäger nach dem „entscheidenden Moment“. Dadurch entsteht eine einzigartige Spannung in seinen Bildern – die Porträtierten erscheinen selbst in dieser inhumanen, rauen Welt voll menschlicher Würde.