Naoya Hatakeyama

21. Februar 2004 bis 11. April 2004
© Marc Volk
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Naoya Hatakeyama gehört zu den bedeutendsten japanischen Fotokünstlern der Gegenwart. Im Zentrum seines Werkes steht das Wechselspiel zwischen Natur und Zivilisation. Seit Mitte der 80er Jahre entwickelt Hatakeyama umfangreiche Bildserien, die Orte und Landschaften zeigen, welche durch Industrialisierung und Urbanisierung geprägt sind. Diese Orte sind unstrukturiert gewachsen, aus Stein geschaffene Natur. Kalksteinbrüche und die Sprengung des Gesteins, Fabrikanlagen, Stadtansichten und die unterirdischen Gänge der Kanalisation Tokyos – Hatakeyamas Fotografien dokumentieren eine vom Menschen geschaffene Natur, in der er selbst jedoch nicht mehr vorkommt. Für Hatakeyama gibt es kein Ende des Naturhaften, vielmehr findet eine permanente Metamorphose seiner Form statt. Natur ist eine Totalität, der sämtliche Entwicklungen der Welt unterworfen sind. Die Transformation der Natur beginnt bei der Sprengung jahrtausende-alten Gesteins, setzt sich fort in dessen Weiterverarbeitung und zeigt schließlich seine Nutzung als Baustoff. Hatakeyama betrachtet somit die Steinbrüche und die Städte wie das Negativ und das Positiv ein und derselben Fotografie. Die ausgewählten Bilder dieser Ausstellung verdeutlichen den Prozess der Wandlung in seinen einzelnen Phasen.

Bei seiner Bildgestaltung ist das Licht von großer Bedeutung. Hatakeyama fotografiert fast ausschließlich in den Morgen- oder Abendstunden. Das natürliche Licht versetzt seine Motive jedoch in eine unwirkliche, fremd anmutende Atmosphäre. Kalksteinhalden wirken wie bühnenhaft ausgeleuchtete Tempelanlagen, Kanalisationen erinnern an natürliche Canyons. Doch auch wenn Hatakeyama mit Kunstlicht arbeitet, gelingt es ihm, seine Motive in dieser einzigartigen Stimmung erscheinen zu lassen.