How Terry likes his coffee

Talents 27 . Florian van Roekel / Nisaar Ulama
05. Mai 2012 bis 10. Juli 2012
A.d.S. How Terry likes his coffee. 2010 © Florian van Roekel
From the series How Terry likes his coffee. 2010 © Florian van Roekel
Photo: Florian van From the series How Terry likes his coffee. 2010 © Florian van Roekel. From: How Terry likes his coffee. 2010
From the series How Terry likes his coffee. 2010 © Florian van Roekel
From the series How Terry likes his coffee. 2010 © Florian van Roekel
Florian van Roekel and Nisaar Ulama

Alltag im Büro. Schreibtische, Regale, Maschinen, Aktenordner, Container und Waren. Ein Rücken, der hinter einem Vorhang aus Bürostuhl und Sakko hervorlugt, ein Beinpaar, das durchs Bild huscht. Ein Mann im Anzug nimmt eine kontemplative Wartehaltung ein. Jemand kratzt sich am Kopf und blickt auf sein Mobiltelefon. Meetings, Telefonate, Konzentration und Abwesenheit. Florian van Roekels Sujet ist die allgegenwärtige Arbeitswelt. Er zeigt menschliche Körper, Blicke und Gesten, die sich aus der Spannung zwischen sozialem und funktionalem Raum ergeben. Seine Bilder werfen einen genauen Blick auf das menschliche Miteinander und damit auf die Verhaltensweisen in einem gesellschaftlichen Mikrokosmos. Dieser ist mehr als die bloße Addition von Menschen, mehr als nur Regungen und Ausdrucksweisen. Vielmehr macht er die Rahmenbedingungen des unsichtbaren Sozialen sichtbar.

In 15-monatiger Arbeit hat sich Florian van Roekel in die Bürowirklichkeit niederländischer Konzerne und damit in die Position des Ethnologen begeben. Seine stille Präsenz wurde erstaunlich schnell zur Normalität; die porträtierten Personen lassen sich auf die Fotografien ein und vergessen die Anwesenheit des Fotografen. Zwischen Kamera, und damit dem Blick von Außen, sowie den Porträtierten entsteht auf diese Weise eine ungewöhnliche und unmittelbare Nähe. Jedoch sind die Aufnahmen nicht einfach Schnappschüsse, die einen ruhigen Moment einfangen. Die Protagonisten wirken eher wie in Posen erstarrt – so als ob sie bewusst ihre jeweilige Position für die Kamera eingenommen hätten. Gleichzeitig erzählt die fotografische Serie nicht nur von dem Gefühl der Isolation des Individuums von seiner alltäglichen Umgebung, sondern auch vom Verlangen nach einer wirklichen, persönlichen Verbindung zu einem anderen Menschen. Obwohl das Büro Schranken errichtet, die einen wirklichen Kontakt unmöglich machen und keinen Raum für Emotionen zulassen, scheint das Bedürfnis nach Nähe immer noch präsent.